Kirche schützt Klima – Solidarisch. Vor Ort. Weltweit.

Katja-Bettina Schmidt von der Firma Gertec beim Erfassen von Energieverbräuchen. 27 Gebäude in 14 Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Münster sind im Rahmen des Projekts "Kirche schützt Klima" unter die Lupe genommen worden. Das Ziel: Eine Analyse des Heizenergie- und Stromverbrauchs.
Aufbauend auf den von der Essener Firma Gertec erhobenen Werten sollen Vorschläge zur Senkung des Energieverbrauchs erarbeitet werden. Dabei geht es sowohl um Änderungen im Nutzerverhalten als auch um bauliche Maßnahmen. Um die Gebäudesanierungen finanzieren zu können, wird eine Beteiligungsgesellschaft gegründet, an der sich die Gemeindemitglieder beteiligen können.

In einem weiteren Schritt soll der Kirchenkreis South Bicol auf den Philippinen, den eine Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Münster verbindet, einbezogen werden. Auch dort soll ein Klimaschutzprojekt angestoßen werden.

world.energy.school

Als Altiplano wird in Argentinien das Hochland der Anden bezeichnet. In Höhen von bis zu 3700 Metern leben dort vornehmlich Indios in ärmlichen Verhältnissen. Die Vereine ⇒"Solar Global" und ⇒"Eco Andina" haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensverhältnisse durch den Einsatz von Solarenergie zu verbessern. Die Einwohner sollen von der zeitaufwändigen Suche nach Brennholz entlastet werden. Das Projekt leistet dabei auch einen Beitrag zum Naturschutz: Die ohnehin karge Hochgebirgs-Vegetation wird durch die Entnahme von Brennholz in Mitleidenschaft gezogen.

Solare Küche eines Kindergartens im Altiplano (Argentinien) Die Solarenergie bietet sich in Kombination mit guter Wärmedämmung an, um trotz Außentemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt für warme Räume zu sorgen: vornehmlich in Schulen, Kindergärten und Badehäusern. Auch zur Warmwasserversorgung und direkt zum Kochen wird die Sonnenenergie genutzt.

Die Partnerprojekte in Deutschland umfassen fünf Solarstromanlagen in Havixbeck, Gelsenkirchen, Hamm, Solingen und Rheine mit zusammen knapp 40 Kilowatt Nennleistung und das sogenannte "Schülerwindrad", in Münster-Amelsbüren in unmittelbarer Nähe zum baugleichen "Friedenswindrad" (s.u.) gelegen. Das besondere an diesen Energieanlagen ist ihre Verbindung mit 25 Schulen in sechs Orten in NRW. Die Schülerinnen und Schüler haben sich im Unterricht mit den Projekten beschäftigt und zu deren Realisierung Spenden eingeworben. (⇒Ausführlichere Projektbeschreibung auf www.fairpla.net)

Energy for Peace

Afghanistan hat mit vielen Entwicklungshemmnissen zu kämpfen. Die politischen und militärischen Auseinandersetzungen lassen den Aufbau einer landesweiten Infrastruktur kaum zu. Handel und arbeitsteiliges Produzieren werden durch unsichere Transportwege und bürokratische Hürden extrem erschwert.

Mohammed Sabur Achtari und Mitarbeiter in Kabul Hier sind dezentrale Konzept gefragt. In Kabul konnte mit Unterstützung von Fair Pla.net eine Firma aufgebaut werden, die sich auf angepasste Energietechnologien spezialisiert hat. Mit weitestgehend vor Ort verfügbaren Materialien und Komponenten hat der Maschinenbau-Ingenieur Mohammed Sabur Achtari Anlagen zur dezentralen Energieerzeugung entwickelt: kleine Windräder, Solarleuchten, ⇒Schefflerspiegel und verschiedene solar betriebene Haushaltsgeräte.

Bei dem parallel dazu in Deutschland initiierten Projekt handelte es sich wiederum um eine Windkraftanlage: Das "Friedenswindrad" in Amelsbüren bei Münster mit einer Leistung von 850 Kilowatt. Dabei bezieht sich der Name "Friedenswindrad" nicht nur auf Afghanistan, sondern auch auf den damals akuten Irak-Konflikt: Der Ausbau der Erneuerbaren verringert die Abhängigkeit des "Westens" von den Ölvorkommen des Nahen und Mittleren Ostens und entschärft somit die Verteilungskonflikte. (⇒Ausführlichere Projektbeschreibung auf www.fairpla.net)

Energie hoch Drei

Tschernobyl ist überall – zumindest in Teilen Weißrusslands gilt dies nicht nur im übertragenen Sinn. Die Reaktorkatastrophe in der Ukraine hat das Nachbarland direkt getroffen. Der radioaktive Niederschlag hat in Teilen des Landes Landwirtschaft und Viehzucht auf lange Sicht unmöglich gemacht. Zahlreiche Dörfer mussten umgesiedelt werden. Drushnaja gehört zu den Orten, in denen die Betroffenen angesiedelt wurden. Der von Irmgard und Dietrich Bodelschwingh initiierte Verein ⇒Heimstatt-Tschernobyl hat hier den Bau von bislang 30 innovativen Lehmhäusern gefördert.

Windräder in Drushnaja, Weißrussland Hier konnte Fair Pla.net einen Beitrag zur umweltfreundlichen und sicheren Energieversorgung leisten – auch als Zeichen gegen die Atomkraft. Hierzu wurde zunächst eine Solarstromanlage gefördert. Das Partnerprojekt, ebenfalls eine Fotovoltaikanlage, war zunächst auf dem Dach der Volkshochschule Hamm installiert worden. Die Solarmodule mussten 2008 umziehen, da das Gebäude abgerissen werden sollte. Seither ist Anlage mit einer Spitzenleistung von 2000 Watt auf dem Gebäude der Hammer Waldorfschule zu besichtigen.

In andere Dimensionen konnte Fair Pla.net wenig später mit den ersten beiden Windkraftanlagen vorstoßen: Am 21. Mai 2001 wurden gleichzeitig ein Windrad in Drushnaja und eines in Geseke eingeweiht. Beide Projekte konnten gleichzeitig realisiert werden, da der Kredit für die Anlage in Weißrussland aus den Gewinnen des Windrads in Deutschland bedient werden kann. Mit 600 Kilowatt in Drushnaja und 660 Kilowatt in Geseke erwirtschaften beide Windräder kontinuierlich Gewinne, die in andere ökologische Projekte investiert werden. So konnte in Drushnaja ein Betrieb aufgebaut werden, der aus Schilf einen ökologischen Dämmstoff produziert. (⇒Ausführlichere Projektbeschreibung auf www.fairpla.net)

Sonne für die Welt

Bewässerungssysteme sind in vielen Ländern unentbehrlich, um in der Landwirtschaft gesicherte Erträge zu erzielen. Dies gilt auch für den Kolar-District im indischen Bundesstaat Karnataka. Was liegt näher, als hier getreu dem Motto "Sonne für die Welt" die Sonnenenergie in den Dienst der Landwirtschaft und somit der menschlichen Ernährung zu stellen?

Solaranlage in Indien, errichtet von DESI-Power Fair Pla.net hat bereits im Jahr 2000 – damals noch unter dem Namen S-N-O-W – in Kooperation mit ⇒DESI-Power in Jayantigrama eine Fotovoltaik-Anlage errichtet. Der Strom (bis zu 2000 Watt) treibt dort bis heute Bewässerungspumpen an.

Hierbei wurde auch erstmals unsere Grundidee verwirklicht: Bereits im Vorjahr konnte eine Solarstromanlage gleicher Größe auf der Freien Waldorfschule in Münster in Betrieb genommen werden. Mit den Erträgen aus dem Betrieb der Münsteraner Anlage wurde das Projekt in Indien finanziert. Seither werden immer ein Projekt in Deutschland und ein Vorhaben in einem ärmeren Land miteinander gekoppelt. (⇒Ausführlichere Projektbeschreibung auf www.fairpla.net)